Holzterrasse – Unterkonstruktion

An Fronleichnam haben wir bei bestem Wetter mit dem Bau der Terrasse begonnen. Die Vorbereitungen wurden dank des unermüdlichen Einsatzes unseres Gartenbauers Mittwoch Abend um 21:00 Uhr abgeschlossen, so dass wir pünktlich beginnen konnten. Der genaue Aufbau der Terrasse wurde im Planungs-Beitrag bereits beschrieben.

Zuerst wurde das Unkrautvlies ausgelegt. Die 2m breite Rolle passte perfekt zur Geometrie der Terrasse, so dass insgesamt nur drei einzelne Stücke mit zwei Überlappungen verlegt werden mussten. Während der Arbeiten haben wir noch einen entscheidenden Vorteil des Vlieses herausgefunden: Die Gehwegplatten lassen sich recht einfach auf dem Vlies verschieben ohne das Splittbett zu verändern. So kann man auch später eine Platte verschieben, um z.B. eine Schraubzwinge anzusetzen.

Anschließend wurden insgesamt 120 Gehwegplatten auf dem Unkrautvlies verlegt.

Gehwegplattentransport

Gehwegplattentransport

Gehwegplatten wurden verlegt

Gehwegplatten wurden verlegt

Die Unterkonstruktionshölzer haben einen Abstand von 40cm (Mitte-Mitte). Die Gehwegplatten haben entlang der Unterkonstruktion ca. 60cm Abstand. Auf der langen Seite der Terrasse wurden die Balken längs verbunden. Es hätte auch Balken in der passenden Länge gegeben, so passt es aber besser mit dem Gefälle. Die neuen „Balken“ haben an der Verbindungsstelle einen leichten Knick.

Unterkonstruktionshölzer grob verteilt

Unterkonstruktionshölzer grob verteilt

Zusätzlich mussten die Balken auch um die Ecke herum verbunden werden. Bei den Winkeln und Flachverbindern haben wir die einfache verzinkte Version gewählt und mit normalen Spax Schrauben verschraubt. Da man das alles später nicht mehr sieht, werden uns auch leichte Verfärbungen des Holzes an den verschraubten Stellen nicht stören.

Unterkonstruktionshölzer längs verbunden

Unterkonstruktionshölzer längs verbunden

An einigen Stellen wurde die Unterkonstruktion auch an den Gehwegplatten befestigt. Entweder, um ein Verrutschen der Balken zu verhindern (an den Enden) oder um besonders krumme Balken etwas in Form zu ziehen. Die Verankerung erfolgte mit normalen Dübeln.

Unterkonstruktionshölzer im rechten Winkel verbunden

Unterkonstruktionshölzer im rechten Winkel verbunden

Beim Arbeiten waren zwei Akkuschrauber sehr hilfreich, einer zum Vorbohren und einer zum Schrauben.

Werkzeugsammlung

Werkzeugsammlung

Für das Bauen der Unterkonstruktion haben wir ca. einen Tag benötigt. Am aufwändigsten war das genaue Ausrichten und Verbinden der Balken.

Holzterrasse – Vorbereitung

Vor dem eigentlichen Terrassenbau waren noch ein paar Vorarbeiten nötig. Hinter dem Haus stand während der Rohbauphase der Kran auf einer großen Schotterfläche (gut zu sehen in Baugrube Teil 2). Dieser Schotter wurde für den Terrassenunterbau wiederverwendet, insgesamt haben wir von unserem Gartenbauer ca. 50cm anfüllen lassen. Unter dem Schotter wurden noch ca. 15cm günstiger Füllboden eingebaut.

Für die Schotterarbeiten kam dann auch mal ein etwas größerer Bagger vorbei, der innerhalb von zwei Stunden den gesamten Schotter verteilt, gerade gezogen und platt gedrückt hat. Anschließend wurde der Schotter dann noch verdichtet.

Ein Bagger bereitet das Terrassenfundament vor

Ein Bagger bereitet das Terrassenfundament vor

Baggerarbeiten im Garten

Baggerarbeiten im Garten

Verdichteter Schotterunterbau für die Terrasse

Verdichteter Schotterunterbau für die Terrasse

Auf den Schotter kamen dann noch ca. 5cm Splitt, auf den wir die Gehwegplatten für die Terrassenunterkonstruktion legen. Der Splitt wurde glatt und mit leichtem Gefälle abgezogen, so dass sich eine schön ebene Fläche ergab. Theoretisch könnte man die Gehwegplatten auch direkt auf den Schotter legen, dann ist das Ausrichten der Unterkonstruktion aber deutlich aufwändiger.

Abgezogene Splittschicht mit passendem Gefälle

Abgezogene Splittschicht mit passendem Gefälle

Splittunterbau

Splittunterbau

Der Unterbau aus Splitt und Schotter mit Gefälle sorgt dafür, dass Regenwasser vom Haus weg läuft und versickern kann. So werden wir hoffentlich keine Probleme mit Feuchtigkeit unter der Holzterrasse bekommen!

Holzterrasse – Planung

Der Bauherr hat sich viele Abende mit der Planung der Holzterrasse beschäftigt. Im Internet gibt es jede Menge Anleitungen und oft gibt es auch nicht nur einen Weg um ans Ziel zu kommen. Insgesamt hoffen wir nun eine gute Lösung gefunden zu haben und gut geplant zu haben – aber ob alles so passt wie wir uns das vorstellen, wird sich erst bei bzw. nach dem Aufbau herausstellen…

Für alle Interessierten gibts hier nun ein paar Hintergrundinfos und einen Überblick über die Planung.

Belag

Wichtigste Frage bei einer neuen Terrasse ist der Belag. Später wird man nur diesen sehen und die aufwändige Konstruktion darunter bleibt unsichtbar. Wünscht man sich eine Holzterrasse, kommt auch immer das Thema WPC (Wood-Plastic-Composite) auf. WPC ist ein Gemisch aus Holzmehl und weiteren Zusatzstoffen und sieht echten Holzdielen durchaus ähnlich. WPC hat den Vorteil, dass es sehr pflegeleicht ist und es garantiert keine Späne gibt. Bei genauerem Hinsehen hat uns jedoch die künstliche Optik gestört. Außerdem hatte ein großer Paderborner Holzhändler eine mehrere Jahre alte Musterterrasse, die schon sehr häßlich aussah. Damit war WPC aus dem Rennen.

Das Holz unserer Terrasse soll lange halten und möglichst splitterfrei sein. Bei diesen beiden Kriterien bleibt eigentlich nur Tropenholz übrig. Nach viele Recherche haben wir uns für Cumaru entschieden. Dieses südamerikanische Holz ist sehr hart und langlebig und sieht mit seiner warmen braunen Farbe auch sehr schön aus. In Südamerika soll man tendentiell mehr auf nachhaltige Holzwirtschaft achten als in Asien (wo das bekannte Bangkirai her kommt), so dass es für uns okay ist Tropenholz zu verwenden. Außerdem sollte man bedenken, dass der Wald für viele Menschen in den Tropen die einzige Einnahmequelle ist. Entweder können sie das Holz verkaufen oder die Wälder werden gerodet um Pflanzen anzubauen.

Das Holz haben wir beim Bremer Händler Pro Veranda bestellt. Bereits im Vorfeld wurden wir dort gut beraten und unsere Planung überprüft. Preislich war der Händler deutlich attraktiver als die Händler vor Ort.

Cumaru Terrassendielen und Mandioqueira Unterkonstruktion in verschiedenen Längen

Cumaru Terrassendielen und Mandioqueira Unterkonstruktion in verschiedenen Längen

Die Dielen die wir bestellt haben sind 145mm breit und 21mm dick bzw. dünn. Außerdem haben wir die Dielen in glatt bestellt. Wir konnten es bisher nicht selber ausprobieren, aber einhellige Meinung vieler Quellen ist, dass glatte Dielen nicht rutschiger sind als geriffelte (1, 2, 3). Der Vorteil der glatten Dielen ist die längere Haltbarkeit weil kein Wasser in den Rillen steht, sie sind pflegeleichter und die Splittergefahr ist geringer.

Unterkonstruktion

Die Unterkonstruktion sollte immer eine vergleichbare Haltbarkeit wie die Terrassendielen aufweisen. Wählt man hier ein weniger haltbares Holz, kann die Unterkonstruktion nach z.B. 10 Jahren schon vergammelt sein, wobei die Terrassendielen nochmal so lange (oder länger) halten würden. Ein Austausch wird dann sehr aufwändig und teuer. Also wird die Unterkonstruktion auch aus einem Hartholz (Mandioqueira) sein. Als Maß haben wir das Standardmaß 45x70mm gewählt. Es gibt zwar auch dickere und damit stabilere Balken, diese sind aber auch deutlich teurer.

Aufbau

Oberste Regel beim Terrassenbau ist der sogenannte konstruktive Holzschutz. Das Ziel hierbei ist, Wasser möglichst schnell vom Holz wegzuführen. Unser gewählter Aufbau ist in der folgenden Zeichnung dargestellt.

Aufbau der Terrasse

Aufbau der Terrasse

Von oben nach unten, wird mit der Diele begonnen. Damit die Diele nicht direkt auf der Unterkonstruktion aufliegt und diese abtrocknen kann, folgt als nächstes ein Abstandshalter aus Kunststoff. Diese gibt es von diversen Herstellern, wir haben uns für Spax Air entschieden. Diese Abstandshalter haben einen kleinen Kunststoffpin der direkt den Abstand zwischen zwei benachbarten Terrassendielen auf 6,5mm einstellt. Den Ausschlag für die Spax hat gegeben, dass der Abstand etwas geringer ist als bei den meisten anderen Abstandhaltern (7mm).

Der Abstandhalter sitzt auf der Unterkonstruktion und die Unterkonstruktion liegt auf einem Stück Kunststoffmatte. Dieses Kunststoffpad ist leicht porös, so dass Wasser sehr schnell ablaufen kann. Das Kunststoffpad liegt auf einer 30x30x4cm Betonplatte. Diese Platte stellt die Verbindung zum Split und Schotterunterbau her. Direkt unter der Betonplatte werden wir noch ein Unkrautvlies auslegen, damit hoffentlich kein Gras oder Unkraut zwischen den Dielen herauswächst. Dieses Unkrautvlies ist wasserdurchlässig, gleichzeitig gelangt aber kein Licht hindurch, so dass nichts wachsen kann.

Die Dielen werden mit Spax Terrassenschrauben 5×60 aus Edelstahl (A2) befestigt. Edelstahl ist unbedingt nötig, weil sich bei normalen Schrauben sonst häßliche schwarze Stellen um die Schraubenköpfe bilden. Bei diesen Schrauben gefällt uns der sehr dezente Schraubenkopf. Die Alternative zur sichtbaren Verschraubung wäre eine verdeckte Befestigung gewesen. Von dieser wird bei Cumaru aber abgeraten, denn Cumaru neigt zu „Wechseldrehwuchs“, was zu starken Spannungen in den Dielen führen kann, die die Befestigungselemente eventuell nicht aushalten.

Der Abstand der Unterkonstruktionsbalken wird ca. 40cm betragen (bedingt durch die doch recht dünnen 21mm Dielen). Für die Auflager haben wir ca. 60cm Abstand gewählt, weil die Unterkonstruktion deutlich biegesteifer als die Dielen ist.

Großeinkauf und Zubehör

Das Holz wurde vor einer Woche geliefert. Insgesamt fast 900kg, denn das Holz hat eine Dichte größer 1! Mit dem ganzen Zubehör, welches Stück für Stück vom Paketmann in teilweise sehr schweren Paketen gebracht wurde, ergibt das einen schönen Bausatz:

Terrassenbausatz

Terrassenbausatz

Von oben links nach unten rechts haben wir:

  • Terrassendiele Cumaru 145x21mm
  • Unterkonstruktion Mandioqueira 45x70mm
  • Hirnholzschutz. Die Dielen müssen an den Schnittkanten versiegelt werden um Ausbluten und Splittern zu vermeiden.
  • Spax Stufenbohrer (2*) um Vorzubohren und Anzusenken in einem Arbeitsgang.
  • Spax Terrassenschrauben (1*100 + 3*300)
  • Wolfcraft Montagezwingen um leicht krumme Dielen gerade zu ziehen
  • einzA Novatrol Terrassenöl für den Erstanschrich
  • Spax Air 6,5mm (5*100) Abstandhalter
  • Dosenmuffe um Erdkabel unter der Terrasse wasserdicht zu verbinden
  • Wago Klemmen für die Dosenmuffe
  • 20m 3*1,5mm^2 Erdkabel für Steckdosen und Licht im Garten
  • Flachverbinder für die Unterkonstruktion
  • Winkelverbinder für die Unterkonstruktion
  • Terrassenpads. 20mm dick für jedes Auflager und 3mm dick um leichte Unebenheiten auszugleichen.
  • Betonplatten (insgesamt 120 Stück!)
  • Der Bauplan!
  • Unkrautvlies 15x2m, 150g/m^2

Wir hoffen, dass wir das Puzzle am langen Wochenende gelöst bekommen, hoffentlich wird das Wetter gut!

Garten- und Terrassenplanung

Nachdem es im Haus schon sehr wohnlich ist, wird es langsam Zeit für die Außenanlagen. Der kleine Bauleiter genießt die Freiheit im Garten denn dieser ist im Moment eine einzige große Sandkiste. Der Sandboden ist hier wirklich ideal zum Spielen, trotzdem wollen wir den Garten noch ein wenig verändern…

Der Bauleiter spielt gerne im Garten

Der Bauleiter spielt gerne im Garten

Unsere Nachbarn haben einen Gartenbauer engagiert, der bei ihnen die Außenanlagen erstellt. Die bisherige Arbeit sieht wirklich gut aus und so haben wir ihn auch direkt für unsere Zwecke eingespannt – er kann auch direkt im Anschluss an die Arbeiten beim Nachbarn bei uns anfangen. Perfekt! Teilweise brauchen Gartenbauer wohl schon mal ein halbes Jahr Vorlauf und so sind wir wirklich froh, dass sich bei uns sehr zeitnah etwas tun wird!

Deshalb wird es jetzt auch höchste Zeit für die Planung der Außenanlagen: Rund ums Haus kommt ein Kiesstreifen als Spritzschutz, im Süd-Westen wird eine Terrasse angelegt, es soll ein gepflasterter Weg von vorne nach hinten führen und vor dem Haus wird gepflastert. Das ganze teilen wir aber in drei „Bauabschnitte“: Kiesstreifen, Terrassen- und Pflasterunterbau (Schotter) und der kurze Weg werden in Kürze von unserem Gartenbauer gemacht. Die Terrasse legen wir in Eigenleistung an und die Pflasterarbeiten vor dem Haus folgen später.

Terrasse

Um uns die Größe der Terrasse besser vorstellen zu können haben wir diese einfach mal aufgezeichnet. Die beiden Türen im Wohnzimmer geben die L-Form vor, aber die Hauptterrasse werden wir an der Westseite anlegen. Da haben wir den Blick in den Garten und die schöne Nachmittags- und Abendsonne. Auf dem kleineren Südteil der Terrasse wird man dafür schon morgens Sonne haben (z.B. zum Frühstück).

Terrassenplanung im Maßstab 1:1

Terrassenplanung im Maßstab 1:1

Der Bauherr wünscht sich eine Holzterrasse (die Bauherrin wäre auch mit Pflaster zufrieden) und um die Splittergefahr zu minimieren, kommt eigentlich nur extra hartes Tropenholz in Frage. Was wir genau nehmen, ist allerdings noch nicht raus. Da die Dielen aber fast immer im gleichen Maß verkauft werden, kann die Planung unabhängig vom gewählten Holz erfolgen.

Die genaue Planung hat der Bauherr dann mittels CAD gemacht. So konnte er exakt die benötigten Bretter und Unterkonstruktionslatten berechnen. Insgesamt wird die Terrasse ca. 25m^2 groß.

Terrassenplanung im Detail

Terrassenplanung im Detail

Erste Vorarbeiten wurden vom Gartenbauer schon mal ausgeführt, noch konnte er nämlich mit dem großen Trecker auf unser Grundstück fahren. Wenn er beim Nachbarn das Pflaster gelegt hat, wird das nicht mehr möglich sein.

Lieferung von Füllboden mit dem Trekker

Lieferung von Füllboden mit dem Trekker

Abkippen...

Abkippen…

... und grob zusammen schieben.

… und grob zusammen schieben.

Wenn alles klappt, können wir im Mai die Terrasse bauen und uns dann über die Grünanlagen Gedanken machen. Wir freuen uns schon auf die ersten Grashalme :)